Hochbegabung

Hochbegabung – was ist das eigentlich?

Ein Beispiel: Lara, 4 Jahre, ist es langweilig. Die Mutter sagt: „Mal doch mal ein Bild oder ein Männchen“. Lara nimmt sich einen Stift, malt einen Kreis mit Augen und Mund und setzt daran Hände und Füße. „So sieht aber doch kein Männchen aus“, meint die Mutter. „Das ist ja auch kein Männchen, sonst hätte es doch einen Körper. Das ist ein Kopffüßler,“ antwortet Lara.

Wäre es um die Einschulungsuntersuchung gegangen und Lara hätte dies kommentarlos gemalt, würde man sie als nicht altersgerecht einstufen und eine reguläre Einschulung infrage stellen.

Lara hingegen ist hoch intelligent. Leider ist die Umwelt in der Regel nicht auf solch ein Kind vorbereitet. Es wird zu wenig hinterfragt, Kindern im Allgemeinen nicht viel zugetraut. Begabte und hochbegabte Kinder und Jugendliche haben es in der Regel nicht leicht mit ihrer Umwelt.

Deshalb wollen wir in unserem Blog und auf unseren Seiten www.logios.de möglichst intensiv über Begabung, d.h. besondere, überdurchschnittliche Begabung, Hochbegabung, Talent und Intelligenz aufklären.

Wir wollen informieren über seriöse Intelligenztests, Beratungen und Coaching für Kindergartenkinder, Vorschulkinder, Schüler, aber auch für Jugendliche und Erwachsene.

Es geht auch um das Erkennen, um die wichtigsten Merkmale einer Hochbegabung bzw. überdurchschnittlichen Begabung. Es geht ums richtige Fördern und Fordern. Auch hierüber finden Sie die entsprechenden Informationen auf unseren Seiten.

Was versteht man nun unter einer Hochbegabung?

Hochbegabung ist die Anlage für herausragende Leistungen, nicht die Hochleistung selbst.

Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, sehr guter Kreativität und aus überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten.

Hochbegabung kann nur unter bestimmten Umständen zu Höchstleistungen führen, d.h. Hochbegabung führt nicht automatisch zu außerordentlichen Leistungen. Ohne Unterstützung kommt sie nur selten zur Entfaltung. So ist es die Aufgabe der Umwelt (Familie, Kindergarten, Schule, weiteres Umfeld) Bedingungen zu schaffen, in denen besonders begabte Kinder und Jugendliche sich ihrer Begabung entsprechend entwickeln können.

Telefon Hotline 250x125Identifikation und Begabtenförderung können demzufolge heutzutage nicht voneinander losgelöst gesehen werden.

Man spricht ab einem IQ von 130 in der Regel von einer Hochbegabung. Es gibt jedoch auch wissenschaftliche Definitionen, die bereits ab einem IQ von 115, 120 oder 125 einen Menschen als hoch begabt ansehen. Hochbegabung konkret zu definieren ist deshalb eigentlich unmöglich.

Die in der Regel in der Praxis angewandte Sichtweise bedeutet eigentlich nur, dass ein Mensch mit einem IQ von 115 eine Standardabweichung, ein Mensch mit einem IQ von 130 zwei Standardabweichungen über der Norm liegt.

Deshalb ist zu sagen: Bei jeder Definition der Hochbegabung ist zu beachten, dass die Grenzen zwischen guter, überdurchschnittlicher Begabung, Hoch- und Höchstbegabung willkürliche, von Experten festgesetzte Größen sind. Es hat sich eingebürgert, einen IQ von 130 als Grenzwert zur intellektuellen Hochbegabung anzusetzen.

Der Begriff der Hochbegabung ist nicht alleine auf Intelligenz zu beziehen, sondern Hochbegabung kann in den verschiedensten Bereichen auftreten.
(Gardner 1991, Sternberg 1999)

Nach Heller gibt es folgende Begabungsfaktoren:

  • Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)
  • Sozial-emotionale Fähigkeiten
  • Musisch-künstlerische Fähigkeiten
  • Musikalische Fähigkeiten
  • Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische,
  • etc. Kreativität)
  • Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)
  • Praktische Intelligenz

Hochbegabung kann sich nur dann entwickeln und realisieren, wenn das hochbegabte Kind eine unterstützende Umwelt hat und es fördernde, nicht kognitive Persönlichkeitsmerkmale  (wie z.B. Leistungsmotivation, Anstrengungsbereitschaft, Stressbewältigungskompetenz und andere) besitzt.

Es gibt nicht die Hochbegabung und das hochbegabte Kind an sich, sondern jeder Begabte ist einzigartig. Somit gibt es auch nicht das Patentrezept zur Förderung von begabten Schüler/Innen.

Es gilt, den für jeden einzelnen Begabten individuell richtigen Förderweg zu finden unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsentwicklung, so wie auch bei schwach begabten Kindern in der Pädagogik schon lange der Weg der Differenzierung und Individualisierung proklamiert wird.

Bitte beachten Sie: ein IQ ist niemals statisch, ein IQ-Test niemals 100%ig. Viele Kriterien beeinflussen sowohl die Messung, als auch den Wert selbst, z.B. ein nicht den Regeln entsprechend durchgeführter Intelligenztest, eine nicht genannte oder bekannte Krankheit des Kindes, wenn die Chemie zwischen Tester und dem zu testenden Kind oder Jugendlichen nicht stimmt u.v.m..

Und bitte beachten Sie auch, dass ein Mensch in einem Test zwar seine Höchstleistung zeigen, sich aber niemals schlauer machen kann als er ist. Durch ungünstige Umstände kann z.B. ein sehr intelligenter Mensch schlechter abschneiden als es seinen Fähigkeiten entspricht.